Notaufnahme Dresden 0351/810-1708
Notaufnahme Niesky 03588/264-0

 

Aktuelles

Hier erfahren Sie Neuigkeiten und aktuelle Termine aus dem Diakonissenkrankenhaus, den Berufsfachschulen, der DIAKO Seniorenhilfe, dem Dienstleistungsbereich und aus dem Mutterhaus. Wir stehen Ihnen gerne für Ihre Anfragen zur Verfügung.
Notaufnahme Dresden 0351/810-1708
Notaufnahme Niesky 03588/264-0

Aktuelles

Hier erfahren Sie Neuigkeiten und aktuelle Termine aus dem Diakonissenkrankenhaus, den Berufsfachschulen, der DIAKO Seniorenhilfe, dem Dienstleistungsbereich und aus dem Mutterhaus. Wir stehen Ihnen gerne für Ihre Anfragen zur Verfügung.

10.09.201550 Jahre Gemeinschaft am Nagelkreuz in der Diakonissenanstalt Dresden

Vor 50 Jahren überreichte Dompropst Williams aus Coventry der Diakonissenanstalt in Dresden ein Nagelkreuz - das Zeichen für Versöhnung und Frieden der St. Michaels Kathedrale, die im Zweiten Weltkrieg von deutschen Luftangriffen zerstört wurde. Mit einem Fachtag zum Thema „Versöhnung lebt“ und einem Festgottesdienst erinnert die Diakonische Gemeinschaft am 12. und 13. September an dieses Ereignis und den Versöhnungsdienst, der zum Wiederaufbau der Diakonissenanstalt geführt hat.

Das Aufbaulager -  Beginn der Versöhnungsarbeit

Vorausgegangen war der Übergabe des Nagelkreuzes ein deutsch-englisches Jugendlager in der Diakonissenanstalt in Dresden im März 1965. Junge Engländer beteiligten sich zusammen mit deutschen Jugendlichen des Versöhnungsdienstes „Aktion Sühnezeichen“ am Wiederaufbau des 1945 schwer beschädigten Diakonissenkrankenhauses. Trotz der belastenden Ereignisse im Zweiten Weltkrieg standen sich Engländer und Deutsche versöhnlich gegenüber und leisteten einen gemeinsamen Dienst für einen guten Zweck. Der Anstoß dafür war aus Coventry gekommen. Dompropst Williams hatte für den Versöhnungsdienst das Diakonissenkrankenhaus in Dresden ausgesucht. Besondere Schwierigkeiten bereitete die damalige politische Situation: Im Jahr 1961 war die Mauer errichtet worden und die DDR-Ministerialbürokratie stand auf einem Konfrontationskurs mit kirchlichen Einrichtungen. Trotz anfänglicher Widerstände der DDR-Behörden konnte am 16. März 1965 der erste internationale Jugendeinsatz starten. Damit war der Beginn für den Wiederaufbau der Diakonissenanstalt und ihre sozialen Einrichtungen gesetzt.

Dank und Austausch am Nagelkreuz

Die Diakonische Gemeinschaft der Diakonissenanstalt wird an dem Festwochenende mit zahlreichen Gästen und vielen ehemaligen Teilnehmern des Jugendlagers aus England und Deutschland dankbar an die Ereignisse im Jahr 1965 zurückblicken. Da die Versöhnungsarbeit aber eine Aufgabe bleibt, die an Bedeutung nichts verloren hat, ist der Blick auf die aktuelle Situation und in die Zukunft wichtig. Bei dem Fachtag sind die Teilnehmer eingeladen, sich in verschiedenen Workshops darüber auszutauschen, was heute aktuell an Versöhnungsarbeit in Hinblick auf die Flüchtlingsströme und Krisengebiete in der Welt geleistet werden kann. Der Festgottesdienst am Sonntag, 13. September 2015, in dem der Vorsitzende der Nagelkreuzgemeinschaften in Deutschland, Oberkirchenrat Dr. Oliver Schuegraf predigen sowie auch Reverend John Witcombe aus Coventry beteiligt sein wird, schließt das Festwochenende mit Dank und Austausch am Nagelkreuz ab.

Das Programm im Einzelnen:

12. September 2015 Fachtag „Versöhnung lebt“

10.00 Uhr Begrüßung
10.15 Uhr Vortrag „Versöhnung dankbar erinnern“ Pf. Martin Turner, Lostwithiel, England
11.00 Uhr Pause
11.15 Uhr Vortrag „Versöhnung staunend wahrnehmen“, Jost Hasselhorn, Hamburg
12.00 Uhr Begegnungen und Gespräche
12.30 Uhr Mittagspause
13.30 Uhr Hauptvortrag „Versöhnung mutig fördern“, Arnold Vaatz, MdB, Dresden
14.30 Uhr Workshops - Versöhnungsprojekte stellen sich vor
„Fluchtgeschichten – Versöhnungsgeschichten“, Albrecht Engelmann, Dresden
„Willkommen in Dresden, willkommen im Hochland - Hilfsangebote für Flüchtlinge heute“,
Michaela Schoffer und Dr. Andreas Hillscher, Dresden
„Nagelkreuzgemeinschaft aktuell“, Christian Bleicke, Dresden
„Versöhnungsprojekt Kaliningrad“, S. Roswitha Buff, Neuendettelsau
(Änderungen vorbehalten, evt. wird ein weiterer Workshop der Aktion Sühnezeichen angeboten)
15.30 Uhr Kaffeepause
16.15 Uhr Abschlussandacht, Rektor Dr. Thilo Daniel
Veranstaltungsort: Festsaal im Altenzentrum Schwanenhaus, Holzhofgasse 10, 01099 Dresden
(gegenüber dem Diakonissenkrankenhaus)

13. September 2015 Musikalischer Festgottesdienst um 10 Uhr

Henry Purcell: Anthem „O, sing unto the Lord“
Musikalische Leitung: Jan Katzschke
Predigt: OKR Dr. Oliver Schuegraf (Vorsitzender der Nagelkreuzgemeinschaften  in Deutschland)
Reverend John Witcombe (Dean of Coventry)
Rektor Dr. Thilo Daniel
Diakonissenhauskirche, Bautzner Str. 70, 01099 Dresden

Hintergrundinformationen zum Nagelkreuz

Der Nagelkreuzgedanke der Versöhnung ist auf die Bombardierung Coventrys am Anfang des Zweiten Weltkriegs zurückzuführen. Bei dem schweren Luftangriff der deutschen Luftwaffe am 14. November 1940 war die Kathedrale St. Michael zerstört worden. Der damalige Dompropst Richard Howard, trotz der Zerstörung getragen von dem Gedanken an Versöhnung, ließ bei den Aufräumarbeiten drei große Zimmermannsnägel aus den Trümmern der zerstörten Kirche zu einem Kreuz zusammensetzen und die Worte „Father forgive“ (Vater vergib) in die Ruine meißeln. Aus diesen Worten entstand 1959 das Versöhnungsgebet von Coventry, das bis heute jeden Freitag in der Ruine der Kathedrale und an zahlreichen Orten weltweit gebetet wird.

Nach dem Ende des Krieges begann Dompropst Howard diese Verpflichtung zur Versöhnung umzusetzen. Dies führte zu einer ersten Städtepartnerschaft Coventrys mit Kiel und 1959 zu einer weiteren mit Dresden.

Den Gedanken der Versöhnungsarbeit griff Domprobst Williams auf, tätig in Coventry von 1958 bis 1981, und entwickelte die Idee der Nagelkreuzgemeinschaften. Als Symbol wachsenden Vertrauens und gemeinsamer Verantwortung für den Frieden wurde den Städtepartnern ein Nagelkreuz aus Coventry überreicht. Im Laufe der Zeit kamen Orte in anderen Ländern und neuen Krisengebieten, unabhängig vom Zweiten Weltkrieg, hinzu. So entwickelte sich ein internationales Netzwerk für Frieden und Versöhnung, das seit 1974 den Namen Nagelkreuzgemeinschaft trägt.

Leitmotiv:
„Das Nagelkreuz von Coventry ist ein Zeichen der Versöhnung. Es lädt ein, für Frieden und Versöhnung zu beten. Es fordert uns heraus, in unserem Alltag Versöhnung zu üben und zu praktizieren – in allen Einrichtungen der Diakonissenanstalt Dresden, in unserer Stadt, überall dort, wo Menschen unsere Wege kreuzen.“