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Geschichte der
Paramentenwerkstatt
am Diako

Herzlich willkommen in der Paramentik der Diakonissenanstalt Dresden.
Hier erfahren Sie mehr über die Entstehung von Textilarbeiten für den Kirchenraum: die Paramente
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Geschichte der
Paramentenwerkstatt
am Diako

Aus der Geschichte der Paramentik der Diakonissenanstalt Dresden

In der Paramentik, Foto um 1927

Im November 1866 wurde die Paramentenwerkstatt der Diakonissenanstalt Dresden eröffnet. Die Anregung, im Dresdner Mutterhaus Altar- und Kanzelbekleidung herzustellen, kam aus Neuendettelsau (ebeso wie die Gründung einer Hostienbäckerei).

Es bildete sich ein kleiner Paramentenverein aus Schwestern der Diakonissenanstalt und Dresdner Frauen. Sie trafen sich einmal in der Woche im Turmhaus. Dem Verein stand Frau Kirchenrat Fröhlich, später Schwester Olga von Westphal, vor.

Gearbeitet wurde nach Entwürfen des Künstlers Martin Eugen Beck (1833-1903).

1888 löste sich der Paramentenverein aus Mangel an Mitgliedern auf.

Die Arbeit sollte aber fortgeführt werden. Die Leitung der Diakonissenanstalt bestimmte Diakonisse Rosalie Ostermei zur Paramentenschwester. Sie betreute ebenfalls die Hostienbäckerei.
1888 befand sich die Paramentenstickerei in den Räumen des Marthahauses (an der Stelle des Marthahauses steht heute das Else-Freier-Haus mit angeschlossenem Parkhaus).

 

Das Marthahaus nach 1869

Von 1866 bis 1894 fertigte die Paramentik in Dresden Arbeiten für 123 Auftraggeber an, darunter waren Bestellungen aus Zürich/Schweiz, Meran/Tirol, Hamburg, Bremen und, die meisten Bestellungen, aus dem Königreich Sachsen.

Diakonissen im Ruhestand helfen in der Paramentenwerkstatt (Foto vor 1945)

Zwischen dem Schriftkünstler Rudolf Koch (1876-1934) und der Paramentik der Diakonissenanstalt Dresden herrschte ab 1927 ein reger Austausch. Neben der Entwicklung von Schriften, galt Kochs Interesse der Erneuerung des kirchlichen Kunsthandwerks. Er entwarf Leuchter, Paramente, Abendmahlsgeräte und andere Objekte für Kirchenausstattungen. Mehrmals besuchte er die Dresdner Paramentik. Unter seinem Einfluss änderte sich die künstlerische Gestaltung der Altarbehänge von Seiden- und Goldstickerei hin zu naturgefärbten, handgesponnenen und handgewebten Materialien, wie Schafwolle und Flachs.

Der Bereich der Schriftgestaltung gewann ab 1927 immer mehr Bedeutung in der Paramentik der Diakonissenanstalt Dresden. In „Kunstschrift“ wurden handgeschriebene Karten, Tauf- und Konfirmationsurkunden, die Einsegnungsurkunden für Diakonissen, Plakate, Jahreslosungen und vieles mehr gestaltet. Heute ist diese Art der Schriftgestaltung wieder sehr beliebt und wird als Kalligraphie oder „Hand Lettering“ bezeichnet.

Aufgrund der vielen Aufträge wurden 1935 die Arbeitsbereiche Paramentik und Hostienbäckerei getrennt und Schwester Lydia Franke, die ihr Studium in der Kunstakademie Dresden absolviert hatte, wurde bis 1951 Leiterin der Paramentik. Sie entwarf selber Paramente, die teilweise der Grundlage von Rudolf Koch entsprangen, und gestaltete Karten mit Kunstschrift.

Als die Mutterhauskirche nach dem 2. Weltkrieg wieder aufgebaut wurde, übernahm Prof. Paul Sinkwitz (1899-1981) aus Hellerau die künstlerische Gestaltung der Kirche. Er schuf das Altarbild und fertigte die Entwürfe für die Altarparamente zu den Kirchenjahreszeiten an. Sie wurden später in den geforderten Maßen für viele Gemeinden angefertigt.
Neben den Behängen für Altar, Kanzel und Lesepult fertigten die Mitarbeitenden auch Weißwäsche für den Altar, wie Altardecken, Korporale, Vela und Kelchtücher sowie Beffchen an.

Den Bereich der Schriftgrafik in der Paramentik prägte S. Christa Wolf maßgeblich. Schöpferisch und unermüdlich entwarf und schrieb sie Sprüche, Bibelverse, Texte.

In den 1980er Jahren legten die Werkstätten von Dresden, Eisenach und Ludwigslust die theoretische Ausbildung ihrer Paramentik-Lehrlinge zusammen. An der Entstehung des Blockunterrichtes hatte S. Marianne Hüttner aus der Dresdner Paramentik maßgeblichen Anteil. Vom Kunstdienst der Landeskirche Sachsen unterrichtete Helmut Weisbach (*1934) die Lehrlinge in Kunstschrift. Pfarrer Karl-Heinz Meißner (†2015) aus Erfurt unternahm mit den Lehrlingen Exkursionen, um die Baustile der Kirchen kennen und lieben zu lernen. Auch konnten Künstler wie Prof. Gisela Polster (*1952), Renate Jaeger (*1933), Gertraude Seidel (*1924-†2011) und Annerose Schulze (*1947) für Entwürfe für die Paramente gewonnen werden und standen der Paramentik beratend zur Seite.

1998 wurde die Paramentenwerkstatt  aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen.

Seit 2018 werden von der Paramentikerin Maria Selle wieder Paramente in der Diakonissenanstalt Dresden angefertigt.