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Aktuelles

Hier erfahren Sie Neuigkeiten und aktuelle Termine aus dem Diakonissenkrankenhaus, den Berufsfachschulen, der DIAKO Seniorenhilfe, dem Dienstleistungsbereich und aus dem Mutterhaus. Wir stehen Ihnen gerne für Ihre Anfragen zur Verfügung.
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20.01.2014Der schwierige Weg zum demenzsensiblen Krankenhaus

Der Regisseur David Sieveking diskutierte mit Pflegedirektor Michael Junge vom Diakonissenkrankenhaus darüber, was Krankenhäuser bei Demenzpatienten und deren Angehörigen beachten müssen. In seinem Film „Vergiss mein nicht“ dokumentierte er die letzten Lebensjahre seiner an Alzheimer erkrankten Mutter.

Film- und Diskussionsabend mit dem Regisseur David Sieveking bilden Auftakt zu Demenzprojekt am Diako

„Menschen mit Demenz stellen uns auf die Probe. Wir als Krankenhaus stellen aber auch diese Menschen auf eine harte Probe.“ Mit diesen Worten eröffnete Pflegedirektor Michael Junge den Film- und Diskussionsabend am Diakonissenkrankenhaus Dresden und machte gleich zu Beginn deutlich, dass der Aufenthalt in einem Krankenhaus für Menschen mit Demenz eine Extremsituation darstellt. Das kann sich negativ auf die Behandlung, die Heilung und die gesamten Abläufe im Klinikalltag auswirken. Betroffen sind davon sowohl die Patienten als auch die Mitarbeiter. Umso erstaunlicher, dass sich noch kaum ein Krankenhaus auf die Behandlung von Demenzpatienten eingestellt hat.
Diese Erfahrung musste auch David Sieveking machen. Der Regisseur des Dokumentarfilms „Vergiss mein nicht“ war am Donnerstagabend extra nach Dresden gekommen, um mit den Pflegekräften des Diakos über seine Erfahrungen mit der Alzheimererkrankung seiner Mutter und den Umgang damit in Krankenhäusern zu sprechen. „Der Wunsch, meine Mutter nicht in ein Krankenhaus geben zu wollen, endete abrupt, als sie sich verschluckte und wir den Notarzt rufen mussten.“
Was dann folgte, waren schwierige Entscheidungsprozesse für Sieveking und seine Familie. So schien etwa der Schritt, wegen der Probleme beim Schlucken eine Magensonde zu legen, zunächst naheliegend. Irgendwann fiel aber der Begriff, der sie doch davon abhielt: „lebensverlängerte Maßnahme“.
Sieveking und seine Familie fühlten sich während dieser Zeit nicht gut beraten. „Ich hatte den Eindruck, im Krankenhaus herrschte ein Klima der Angst“, resümierte Sieveking. „Angst, etwas falsch zu machen, womöglich von den Angehörigen verklagt zu werden.“ Dabei war dies nach seiner Einschätzung kein schlechtes, aber eben auch kein demenzsensibles Krankenhaus. „Mit so was wie Demenz, konnten die dort überhaupt nicht umgehen.“
Jedes Jahr gibt es in Deutschland 40 000 Menschen mehr, die an Demenz erkranken. Um ihre Behandlung in Krankenhäusern zu verbessern, hat die Robert Bosch Stiftung das Förderprogramm „Menschen mit Demenz im Akutkrankenhaus“ ins Leben gerufen. 230 Kliniken aus ganz Deutschland bewarben sich mit Ideen und Projekten um eine Förderung der Stiftung. Die fünf überzeugendsten wurden ausgewählt und von der Robert Bosch Stiftung mit 100 000 Euro gefördert. Darunter befindet sich auch das Diakonissenkrankenhaus Dresden.
In den nächsten zwei Jahren setzt das Diako das Programm in vier Teilprojekten um. Hauptbestandteil ist ein breit angelegtes Fortbildungsangebot, welches Mitarbeiter aller Berufsgruppen und Qualifikationen mit dem Thema Demenz besser vertraut macht. In einem zweiten Projektteil wird eine Forschungsgruppe der TU Dresden Anpassungen an der Architektur der Station 2N erproben. Die damit verbundenen Auswirkungen auf Patienten mit Demenz werden anschließend untersucht.
Projektteil drei widmet sich schließlich der Situation von Angehörigen. Für sie wird ein spezieller Pflegekurs entstehen. Im zweiten Projektjahr überprüft und verbessert eine Projektgruppe mit Unterstützung der Evangelischen Hochschule dann die Abläufe im Krankenhaus. Am Ende soll aber kein Zentrum für Menschen mit Demenz entstehen. Vielmehr will das Diako diese Patientengruppe optimal behandeln können.