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Diakonissen als Opfer der NS-Euthanasie

Die Diakonissenanstalt Dresden wurde am 19. Mai 1844  in der Böhmischen Gasse 30 in der Dresdner Neustadt gegründet. Pastor Theodor Fliedner und zwei Diakonissen aus Kaiserswerth eröffneten eine Pflegestation mit sechs Pflegebetten, um kranke und alte Menschen zu pflegen.
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Diakonissen als Opfer der NS-Euthanasie

Opfer der NS-Euthanasie

Die Nationalsozialisten begannen im Sommer 1939 mit der sytematischen Ermordung von behinderten Säuglingen und Kleinkindern (sogenannte Kinder-"Euthanasie). Anfang 1940 startete der Mord an erwachsenen Menschen mit Behinderung. In Sachsen begannen am 28. Juni 1940 erste Vergasungen in der der Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein im Rahmen der Aktion T4. Bis Anfang September 1941 wurden dort 13.720 Menschen ermordet, in ganz Deutschland 70.237 Personen. Nach Protesten wurden die Aktion T4 eingestellt, die Krankenmorde in den staatlichen Anstalten gingen aber bis Kriegsende weiter. In der Phase der sogenannten "dezentralen Euthanasie" brachte man als "nicht mehr arbeitsfähig" eingestufte Patientinnen und Patienten durch gezielte Überdosierung von Medikamenten oder durch Verhungernlassen um.
Vermutlich 200.000 bis 300.000 Menschen fielen diesem Mordprogramm zum Opfer.

Dresdner Diakonissen mussten in dieser Zeit miterleben, dass Menschen mit Behinderung, die sie unter anderem im sogenannten Siechenhaus Bethesda in Radebeul oder im Epilepsiezentrum Kleinwachau bei Radeberg betreuten, abgeholt und weiter nach Arnsdorf und Pirna-Sonnenschein verlegt wurden. Die Betreuten kehrten nie zurück, stattdessen trafen nach und nach die Totenscheine aus den staatlichen Einrichtungen ein. Dokumente und mündliche Berichte zeugen davon, dass Dresdner Diakonissen aktiv versuchten, ihre Schützlinge zu retten. Sie informierten die Familien, baten darum, die Angehörigen nach Hause zu nehmen. Leider gelang dies nur in den seltensten Fällen.

Das drei Diakonissen des Dresdner Mutterhauses - S. Helene Grünert, S. Emma Hartmann und S. Helene Rost - selbst Opfer der NS-Euthanasie wurden, ist in Vergessenheit geraten. Erst die Forschungen von Historikerin Bettina Westfeld für den "Treff.Museum" brachten die drei Schicksale Ende 2025 ans Licht. Heute erinnern drei Stolpersteine vor dem "Treff.Museum" (Eckhaus an der Ecke Bautzner Straße/Wolfsgasse) an die drei Schwestern.

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