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30.03.2026200 Jahre Schwanenhaus

Fassade des historischen Schwanenhauses an der Holzhofgasse (Foto: Sven Claus)

Ausstellung lädt zur Zeitreise durch die Geschichte der Dresdner Neustadt ein

Seit 200 Jahren steht die langgestreckte Villa mit dem Schwanenornament an der Holzhofgasse 8 in der Dresdner Neustadt. Vielen Dresdnerinnen und Dresdnern ist sie als Schwanenhaus bekannt. Zum Jubiläum widmet sich eine Ausstellung unter dem Titel „200 Jahre Schwanenhaus“ der Geschichte des Gebäudes und seinem Erbauer Woldemar Hermann. Gezeigt werden Zeichnungen, Skizzen und Gemälde des Dresdner Architekten und Malers sowie Motive von Dresden und seiner Italienreisen. Die Ausstellung wurde am Sonntag, 29. März eröffnet und ist bis zum 30. Juni 2026 im benachbarten
Hotel am Schwanenhaus zu sehen.

 „Die Villa gilt als echter Zeitzeuge der Dresdner Neustadtgeschichte. Auch unser Hotel ist nach ihr benannt und wir freuen uns, Besucherinnen und Besucher auf diese historische Zeitreise einzuladen“, sagte Mathias Terpe, Direktor des Hotels am Schwanenhaus, bei der Begrüßung der Gäste.

 Das Schwanenhaus wurde 1826 vom Dresdner Architekten und Maler Woldemar Hermann (1807-1878) entworfen, der damals gerade 19 Jahre alt war. Die Villa im ehemaligen „Coselschen Garten“ diente ursprünglich als Wohnhaus. Sie steht für die frühe Entwicklung der Neustadt und gehört heute zu den historischen Gebäuden, die die Geschichte des Stadtteils bis in die Gegenwart begleiten.

 „Als Kind erschienen mir die Bilder meines Ururgroßvaters wie Zeugnisse einer längst vergangenen Zeit. Dazu passte die damalige Ruine des Schwanenhauses“, sagte Michael Schleinitz, Ururenkel des Erbauers, bei der Eröffnung. „Durch Skizzen und Reisetagebücher konnte ich später seine Gedankenwelt und Teile seiner Italienreisen nacherleben. Es freut mich sehr, dass wieder Leben in dieses Haus eingezogen ist und wir mit dieser Ausstellung an die Ideen und Träume Woldemar Hermanns erinnern.“

 Neben seiner Arbeit als Architekt war Hermann auch ein begabter Maler und Zeichner. Die Ausstellung zeigt 28 Zeichnungen, Skizzen und Gemälde aus seinem Werk. Neben Entwürfen zum Schwanenhaus werden Motive seiner Italienreisen, von Loschwitz oder der Neustadt präsentiert. Hermann gehörte zum Freundeskreis von Ludwig Richter, was seine künstlerische Bedeutung unterstreicht.

Seit 1928 gehört das Schwanenhaus zur Diakonissenanstalt Dresden, die das Gebäude als „Feierabendheim“ für Diakonissen im Ruhestand nutzte. Nach der Zerstörung durch einen Brand im Mai 1945 blieb die Villa jahrzehntelang als Ruine erhalten, bevor 1986 der originalgetreue Wiederaufbau des Hauses begann.

 Seit Beginn der 1990er Jahre beherbergt das Schwanenhaus in den beiden oberen Etagen Wohnungen, auch für Diakonissen, sowie Büro- und Praxisräume im Erdgeschoss. Heute befindet sich dort auch die Geschäftsstelle der Implus Dresden gGmbH, eine Tochter der Diakonissenanstalt, die Einrichtungen der Behinderten-hilfe betreibt. Sowohl das anliegende „Altenzentrum Schwanenhaus“ als auch das „Hotel am Schwanenhaus“ tragen den Namen der historischen Villa.

„Das Schwanenhaus erzählt seit 200 Jahren Geschichten von Menschen, von Wandel und von Neuanfängen. Viele Generationen haben diesen Ort geprägt und immer wieder mit Leben gefüllt, darunter auch die Diakonissenanstalt, die ihn seit fast 100 Jahren mitgestaltet. Für uns ist dieses Haus ein Zeugnis von Geschichte und gelebter Gemeinschaft. Wir danken Familie Schleinitz für diese Ausstellung, die uns an den Künstler und an die Entwicklungen rund um dieses Gebäude erinnern“, sagt S. Esther Selle, Vorständin der Ev.-Luth. Diakonissenanstalt Dresden e.V.

Die Vernissage wurde musikalisch mit Werken von Friedemann Bach begleitet.

Interessierte können die Ausstellung bis zum 30. Juni 2026 besuchen.

 Tipp für Gäste: Im inklusiven Café Blanc, das sich im Hotel am Schwanenhaus befindet, können Besucherinnen und Besucher mit Blick auf die Elbe Dresdner Backkunst genießen (www.cafe-blanc.de). 

Ausstellungsort:
Hotel am Schwanenhaus
Holzhofgasse 10, 01099 Dresden

(Das Hotel befindet sich etwas zurückgesetzt, links neben dem historischen Schwanenhaus.)