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04.06.2026Gemeinsamer Appell

Die Dresdner Kliniken warnen vor Sparplänen der Bundesregierung

Alle Dresdner Krankenhäuser, die Gewerkschaften ver.di und Marburger Bund sowie Sozialbürgermeisterin Dr. Kristin Klaudia Kaufmann haben heute in einem Pressegespräch vor den Folgen des geplanten GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes (GKV-BStabG) gewarnt. Die Beteiligten kritisieren insbesondere die vorgesehenen Einsparungen im Krankenhausbereich in einer Phase tiefgreifender Strukturreformen.

Nach aktuellen Berechnungen droht den Krankenhäusern in Sachsen allein im Jahr 2027 ein Mittelentzug von rund 409 Millionen Euro. Die Kliniken sehen dadurch die laufende Krankenhausreform, notwendige Investitionen und die langfristige Sicherstellung der medizinischen Versorgung gefährdet.

Kritisch bewertet werden neben den geplanten Einschränkungen bei der Refinanzierung tariflicher Personalkosten auch die zusätzlichen Belastungen für ohnehin wirtschaftlich stark unter Druck stehende Krankenhäuser. Viele Kliniken arbeiten bereits heute mit erheblichen Defiziten, während gleichzeitig hohe Anforderungen an Digitalisierung, Ambulantisierung, Vorhaltefinanzierung und strukturelle Transformation umgesetzt werden müssen.

Die Beteiligten warnen davor, dass die geplanten Einsparungen notwendige Zukunftsinvestitionen erschweren, den wirtschaftlichen Druck auf die Standorte weiter erhöhen und die Versorgungskapazitäten in zentralen Bereichen beeinträchtigen könnten. Zudem werde die Gewinnung und Bindung dringend benötigter Fachkräfte zusätzlich erschwert.

Die Dresdner Kliniken und Gewerkschaften appellieren daher an die Bundesregierung, die vorgesehenen Regelungen im weiteren Gesetzgebungsverfahren grundlegend zu überarbeiten und die Krankenhäuser während des laufenden Transformationsprozesses finanziell nicht zusätzlich zu belasten.

Hasan Akgün, Kaufmännischer Direktor des Diakonissenkrankenhauses Dresden, betonte: „Das GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz führt für viele Krankenhäuser zu deutlichen finanziellen Belastungen. Gerade freigemeinnützige Krankenhäuser wie das Diakonissenkrankenhaus und das St. Joseph-Stift spüren diese Auswirkungen besonders deutlich, da ihre Verluste im Gegensatz zu öffentlichen Häusern nicht ausgeglichen werden. Daher fordern wir zum einen Planungssicherheit durch stabilere Rahmenbedingungen. Zum anderen braucht es eine auskömmliche Finanzierung statt immer weiterer Sparmaßnahmen, wenn die Dresdner Krankenhauslandschaft mit ihrer Trägervielfalt erhalten bleiben soll.“