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Aktuelles

Hier erfahren Sie Neuigkeiten und aktuelle Termine aus dem Diakonissenkrankenhaus, den Berufsfachschulen, der DIAKO Seniorenhilfe, dem Dienstleistungsbereich und aus dem Mutterhaus. Wir stehen Ihnen gerne für Ihre Anfragen zur Verfügung.
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28.02.2014Wenn die Schwangerschaft zur Grenzerfahrung des Lebens wird

Im Diakonissenkrankenhaus beleuchteten Expertinnen Probleme vor und nach der Geburt

Es gibt Themen, die wir nur allzu gerne vernachlässigen. Weil sie mit Scham verbunden sind, unangenehme Fragen aufwerfen und weil sich niemand gerne mit Leid auseinandersetzen möchte. Schwangerschaft und Geburt sehen wir oft nur als die schönsten Ereignisse, die Eltern erleben können. Ebenso groß sind aber Angst und Leid, wenn es anders kommt. Im Diakonissenkrankenhaus Dresden beleuchteten am gestrigen Mittwoch Expertinnen und Ehrenamtliche unter diesem Motto drei konfliktreiche Perspektiven rund um Schwangerschaft und Geburt. Die Veranstaltung „... und wenn es anders kommt“ rückte die Tabuthemen Fehlgeburten, Babyklappe und anonyme Geburt in den Fokus.
Privatdozentin Dr. Daniela Aust, Vorsitzende von Sternenkinder Dresden e.V., stellte im ersten Vortrag des Abends die Arbeit ihres Vereins vor. Er unterstützt Eltern bei der Bewältigung der Trauer um ihre totgeborenen Kinder. „Für diese Trauer”, das hat PD Dr. Daniela Aust in ihrer Arbeit gelernt, „spielt die Schwangerschaftswoche, in der das Kind stirbt, keine Rolle.” Das empfundene Leid sei in jedem Fall ein besonderes. Auch deshalb, weil aus dem Umfeld noch niemand das Kind kannte und der Verlust somit schwer nachvollziehbar ist. Mit Blick auf die vierstellige Zahl der bestatteten Kinder pro Jahr alleine in Dresden konstatierte Aust: „Fehlgeburten sind ein Problem, das kaum beleuchtet wird. Aber sie sind weit häufiger als gedacht und können fast jeden von uns treffen.”
Aber auch wenn die Geburt problemlos verläuft, verbinden sich für einige Mütter damit größte seelische Konflikte. Für diejenigen, die sich nicht imstande fühlen, ihr Kind zu behalten, etablierte Margret Mehner einen Notruf und die Babyklappe in Dresden. „Natürlich wünschen wir uns, dass die Frauen kommen, bevor sie die Babyklappe nutzen”, so die Mitbegründerin und Vorstandsvorsitzende von Kaleb Dresden e.V.  „Genauso am Herzen liegt uns aber eine sichere Umgebung für das Kind.” Für die körperliche Unversehrtheit sorgen zahlreiche Kontrollstandards für Babyklappen. Diese werden zum Beispiel durch eine Wärmelampe, eine aufwändige technische Überwachung und die medizinischen Erstversorgung in der Neonatologie des Diakonissenkrankenhauses gewährleistet.
Carola Bockhacker, Mitglied bei Kaleb Dresden e.V., ging anschließend auf die Gründe ein, aus denen Mütter ihr Kind abgeben. Dazu zählen von den Frauen empfundener Druck, psychische und physische Überforderung oder Angst vor Stigmatisierung bei einer Adoption. „Meistens spielt Angst eine große Rolle“, weiß Bockhacker aus ihrer Arbeit. „Am Ende ist es aber immer ein ganzes Bündel an Motiven, das zu solch einer Entscheidung führt.”
Abschließend ging die Referentin Petra Rosenow, Hebamme im Diakonissenkrankenhaus, auf anonyme Geburten ein. Diese sind für alle Beteiligten emotionale Ausnahmesituationen, für die Mütter, aber auch für die Hebammen. Wichtig in diesem Zusammenhang sei ihr das Motto im Kreißsaal des Diakos: „Betreuung muss zugewandt und wertungsfrei sein.”
Der nächste Vortrag findet am 12. März im Festsaal des Altenzentrums Schwanenhaus statt. Dann beleuchtet Oberarzt Dr. Dirk Meisel, Koordinator des Darmkrebs- und Pankreaskarzinomzentrums am Diako, das Thema: „Darmkrebs: Von einfach bis komplex – eine Übersicht“. Eine Anmeldung für die kostenfreien Veranstaltungen ist nicht notwendig. Weitere Infos unter diako-dresden.de.