Versöhnungsdienst unter dem Zeichen des Nagelkreuzes



Sie sahen ihre Hilfe als eine symbolische Tat. Es sollte ein Zeichen der Versöhnung gesetzt werden.
Die Initiative dazu ging von Propst Williams von der Kathedrale in Coventry aus, einer Stadt, die gleich Dresden im Krieg schwer zerstört worden war. Es sollte etwas auf konfessioneller Grundlage geschaffen werden, das für alle Menschen nützlich werde. Damals fiel die Wahl auf das Diakonissenkrankenhaus in Dresden.
Nach intensiven Vorarbeiten und in Zusammenarbeit mit dem deutschen Versöhnungsdienst "Aktion Sühnezeichen" wurde am 17. März 1965 der erste deutsch-englische Jugendeinsatz eröffnet. Diese jungen Leute haben durch ihren Einsatz dazu beigetragen, daß der Wiederaufbau des Krankenhauses eingeleitet und der erste Bauabschnitt 1967 eingeweiht werden konnte. Sie bewirkten auch einen Wandel im Bewußtsein der Diakonissenschwesternschaft und eine neue Hoffnung, die eine ältere Schwester so formulierte: "Ich dachte nicht, daß zu meinen Lebzeiten diese Schuttberge verschwinden würden."
Nicht nur Versöhnung leisteten diese freiwilligen Helfer aus England und Deutschland, sie haben auch Versöhnung miteinander gelebt. In dieser Zeit hat sich ein Stück Ökumene ereignet, die bis in die Gottesdienste hinein reichte. Sie prägte die Diakonissenschwesternschaft und die ganze Diakonissenanstalt (DA) bis in die Gegenwart.
Sichtbares Zeichen dieser Versöhnung ist das Nagelkreuz von Coventry. Es wurde uns von Propst Williams am 9. September 1965 in einem Abendgottesdienst überreicht und hängt am Lesepult der Mutterhauskirche. Durch dieses Coventry-Versöhnungskreuz sind wir hineingenommen in die weltweite Gemeinschaft der Nagelkreuzgemeinden. Wir haben seinerzeit das sechsunddreißigste empfangen.
Im Februar 1991 fand in der DA die erste gesamtdeutsche Zusammenkunft der Nagelkreuzgemeinden statt. Das Thema lautete: "Versöhnung heute" und sollte wegweisend sein für die Versöhnung zwischen den Menschen in Ost und West.
Das Nagelkreuz von Coventry ist ein Zeichen der Versöhnung. Es lädt uns ein, für Frieden und Versöhnung zu beten, wie wir es z. B. jeden Freitag, 12.00 Uhr in der Mutterhauskirche praktizieren. Das Nagelkreuz fordert uns heraus, in unserem Alltag Versöhnung zu üben und zu praktizieren - in der DA, in unserer Stadt, überall dort, wo Menschen unsere Wege kreuzen.
In Deutschland wächst die Zahl der Nagelkreuzzentren. So konnte 1999 ein Nagelkreuz in Hiddensee, ein weiteres in Berlin, Bernauer Straße, in Nürnberg, St. Sebaldus- Kirche und 2005 der Frauenkirche Dresden verliehen werden.

Hier können Sie den Flyer: "Nagelkreuzzentrum Diakonissenanstalt Dresden" herunterladen:
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